Willkommen bei der Linken Fraktion im Krefelder Stadtrat
Stellungnahme zur Entwicklung der Krefelder Schullandschaft
Die gestrige Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung hat erneut zutage
gefördert wie überstürzt die Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft aktuell
abläuft.
Über die letzten Wochen haben uns viele Zuschriften von besorgten Eltern und
Schüler*innen erreicht, die ihre Sorgen und Ängste zum Ausdruck gebracht haben. Diese
zahlreichen Schreiben zeigen uns, dass der Einbezug der Schulen, Eltern und Schüler*innen
schon viel früher hätte stattfinden müssen.
Auch die Politik wurde erst sehr spät in den Entscheidungsprozess einbezogen. So wurde der
Schulausschuss erst am 07. Juli darüber informiert, dass die Bezirksregierung bereits am 05.
Juni konkrete Vorschläge von der Verwaltung verlangt hat, wie diese gedenkt die Krefelder
Schullandschaft weiterzuentwickeln. Weitere Informationen stellte die Verwaltung nur
spärlich und kurzfristig zur Verfügung. Zurecht entlud sich der Frust über dieses Vorgehen,
als sich Schuldezernent Schön in der Ratssitzung am 15. September zum geplanten Umzug
des Gymnasium Horkesgath nach Hüls äußerte.
Die Kritik am Vorgehen der Verwaltung würde aber zu kurz greifen, wenn diese nicht auch
die Vorgaben der Bezirksregierung einbeziehen würde. So halten wir z. B. die aktuell
vorgegebene Mindestgröße von Schulen in der derzeitigen Form für nicht mehr zeitgemäß.
Erfahrungen aus anderen Ländern sowie Studienergebnisse haben gezeigt, dass gerade
kleinere Klassen für eine individuelle Förderung besser geeignet sind.
In seiner Rede betonte Schön, dass die Debatte zur Weiterentwicklung der Krefelder
Schullandschaft erst begonnen hat. Für unsere Fraktion ist dies jedoch einen Widerspruch,
möchte die Stadtverwaltung ihre Pläne bereits in der Ratssitzung am 05. November
verbindlich machen.
Es ist aus Sicht unserer Fraktion mehr als zweifelhaft, ob allen vorgebrachten Befürchtungen
von Eltern, Schüler*innen und Lehrpersonals bis dahin angemessen begegnet wird.
Denn selbst bei den Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD sind noch eine Vielzahl an Fragen
offen. Deren Nachfragen zur Erreichbarkeit des geplanten neuen Schulstandortes des
Gymnasiums Horkesgath zeigen, dass offenkundig noch kein schlüssiges Mobilitäts- und
Verkehrskonzept vorliegt.
Dennoch soll bereits in der kommenden Ratssitzung am 05. November ein finaler Beschluss
zur Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft und den damit verbundenen
Schulschließungen und -umzügen erfolgen.
Mit dem von uns eingebrachten Änderungsantrag wollten wir erreichen, dass über die
Zukunft der betroffenen Schulen in einem offenen, strukturieren und vor allem mit
ausreichend Zeit ausgestatteten Prozess, unter Einbezug aller Betroffenen entschieden
werden kann.
Für unsere Fraktion ist deshalb klar, dass eine nachhaltige Weiterentwicklung der Krefelder
Schullandschaft nur dann Akzeptanz finden kann, wenn alle Beteiligten ausreichend
Gelegenheit bekommen haben sich in diesen Prozess einzubringen.
Eine soziale und nachhaltige Schullandschaft braucht neben einer aktiven Beteiligung aller
Betroffenen, kleinere Schulklassen, mehr Investitionen in Schulsozialarbeit, gut
ausgebildetes Personal und wohnortnahe Schulstandorte. Nur so kann Chancengleichheit
sichergestellt und Bildungsgerechtigkeit hergestellt werden.
gez.
Samara Spielmann
Schulpolitische Sprecherin
gez.
Sebastian Schubert
Sprecher der Ratsfraktion


