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Mer schenke de Ahl e paar Blömcher

Die Situation in den Krefelder Altenheimen

Stadtdirektorin Zielke reagierte sichtlich empört auf die Rede unserer Stadträtin Julia Suermondt zum neuen Prüfbericht der WTG-Behörde (Heimaufsicht) über die Situation in den Krefelder Altenheimen. Hier die Rede im vollen Wortlaut:

Sehr verehrte Damen und Herren, verehrter Herr Oberbürgermeister,

in dem Bericht der WTG-Behörde heißt es: „In den Krefelder Einrichtungen ist eine gute Pflege- und Betreuungsqualität festzustellen. Die Pflegequalität zu halten oder vielleicht sogar zu verbessern, wird angesichts des Fachkräftemangels und des demographischen Wandels zu einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung.“

Dieses Resümee der Heimaufsicht ist eine Farce angesichts der wirklichen Situation in den Krefelder Altenheimen! Aus Berichten von allen Seiten und aus eigener Erfahrung können wir nur sagen: Die Situation der Pflegekräfte und der zu Betreuenden in den Altenheimen ist katastrophal.

Wenn 5 Rollstuhlfahrer außerhalb der Besucherzeit Schlange stehen und in die Hose machen müssen, weil eine einzige Pflegekraft es nicht schafft, ihnen allen rechtzeitig zum Toilettengang zu verhelfen, dann kann man wahrlich nicht von einer, wie es im Bericht heißt, „Einrichtung mit umfassendem Leistungsangebot“ sprechen.

Die sogenannten Prüfungen durch die Heimaufsicht, die einmal jährlich durch eine einzelne Person durchgeführt worden sind, geben sicherlich kein repräsentatives Bild von der tatsächlichen Situation ab! Angestellte werden an einem solchen Tag enorm unter Druck gesetzt, ein einigermaßen passables Bild von der Heimsituation abzugeben, alle möglichen Lehrkräfte und Hilfskräfte hinzu gezogen, um eine ausreichende Personal-Besetzung vorzutäuschen.

Es ist allgemein bekannt, dass mehr als 2/3 der Pflegekräfte in Teilzeit arbeiten, weil sie die Arbeitsbelastung nicht schaffen. 3/4 aller Pflegekräfte gehen davon aus, dass sie bei ihrer jetzigen Arbeitsbelastung nicht bis zur Rente durchhalten werden. Pflegekräfte sterben im Schnitt 10 Jahre früher als andere Angestellte.

Unter solchen Umständen trägt ein sogenannter, ach so „transparenter“ Prüfungsbericht durch die WTG-Behörde dazu bei, über die absolut menschenunwürdige und katastrophale Situation in den Altenheimen hinweg zu täuschen und damit eine Verbesserung der Situation zu verhindern und eine angemessene Diskussion über dieses Thema zu torpedieren!

Wir fordern eine realistische und ehrliche Prüfung der Altenheime, die die katastrophale Lage wirklich aufdeckt, damit eine ehrliche und offene Diskussion über die Zustände möglich wird und politische Veränderungen eingeleitet werden können!

Wir fordern eine gesetzlich festgelegte Personalbemessung, damit die Arbeitsbelastung für Pflegekräfte sinkt und sich auch die Situation der zu Betreuenden verbessert!

Es ist an uns, da eine klare Stellung zu beziehen und uns nicht von solche Pseudoberichten einlullen zu lassen!