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Ein Polizeipräsident und seine Geschichten

Wie entstehen Vorurteile? Der Krefelder Polizeipräsident Rainer Furth bietetein Lehrstück in dieser Frage.

Wenn er die Situation von 18jährigen Frauen etwa aus Rumänien auf dem Straßenstrich beschreibt,sieht er vor allem „Kriminelle“, die diese Frauen ausnutzen.

Was sieht er nicht? Die verzweifelte Situation dieser Frauen in ihren Herkunftsländern, die dort alltäglich rassistisch verfolgt werden. Er sieht nicht die aussichtslose Lage dieser Frauen, in Deutschland eine Ausbildung oder eine andere Arbeit zu beginnen. Er sieht vor allem nicht, dass diese Frauen einer Bevölkerungsgruppe angehören, die vom Holocaust betroffen war. Er sieht deshalb auch nicht die besondere Verantwortung der Deutschen.

Der Polizeipräsident verschweigt zudem die Prostitution „für die besseren Kreise“, die teurer und anonymer ist, wie überall auch in Krefeld verbreitet, allerdings nicht auf der Straße..

Deshalb kann er auch behaupten, dass es keine selbstbestimmte Prostitution gibt

Die selbst organisierten Interessenverbände dieser Frauen sind für ihn nur Scheinorganisationen, die Kriminalität verdecken sollen.

Julia Suermondt, Ratsfrau der Linken, sieht hier Zusammenhänge:

„Der Polizeipräsident sollte mal über seinen Tellerrand blicken und mit Vertreterinnen eines Interessenverbandes der Prostituierten sprechen. Er würde viel lernen über die Zusammenhänge von Rassismus, männlicher Selbstüberschätzung und Frauenverachtung.“